Leadmagnet automatisch ausliefern: Der komplette Ablauf Schritt für Schritt
Einen Leadmagneten zu erstellen und ihn automatisch auszuliefern ist technisch gar nicht kompliziert, sobald du weißt, welche Teile zusammenspielen müssen. In diesem Artikel zeige ich dir den kompletten Ablauf, von der Idee bis zur automatisierten Willkommenssequenz, damit du das einmal aufbaust und danach läuft es von alleine.
Was ein guter Leadmagnet überhaupt ist und warum das die Grundlage von allem ist
Bevor wir über Technik sprechen, kurz zum Wichtigsten: Ein Leadmagnet funktioniert nur dann, wenn er ein konkretes, kleines Problem deiner Wunschkundin löst. Nicht ein vages, riesengroßes Problem, das ein ganzes Coaching benötigt. Sondern ein spezifisches Problem, das jemand heute hat und das du in einem Dokument, einer Checkliste oder einem kurzen Leitfaden lösen kannst.
Stell dir vor, deine Wunschkundin sitzt am Abend am Laptop und tippt eine Frage bei Google ein. Was tippt sie? Welche Frage hat sie, die du mit einem PDF beantworten könntest? Das ist dein Leadmagnet.
Die einfachste und bewährteste Form ist ein PDF. Keine Extraplattform, kein Video-Kurs, keine App. Ein Dokument, das du in Canva oder Word erstellst, als PDF speicherst, und das deiner neuen Abonnentin in wenigen Minuten nach der Anmeldung im Postfach liegt.
Schritt 1: Das PDF erstellen und bei Google Drive hochladen
Wenn dein PDF fertig ist, lädst du es bei Google Drive hoch. Gehe danach in die Freigabe-Einstellungen des Dokuments und stelle es auf „Jeder mit dem Link kann anzeigen“. So bekommst du einen Link, den du in deine automatische E-Mail einfügen kannst, und jede neue Abonnentin kann das Dokument direkt öffnen, ohne ein Google-Konto zu benötigen.
Dieser Link ist der Schlüssel zum Schloss. Sobald du ihn hast, kannst du ihn in dein E-Mail-System einbauen, und von da an läuft die Auslieferung vollautomatisch.
Schritt 2: Deinen Newsletter-Anbieter einrichten – ich empfehle Brevo für den Anfang
Für den E-Mail-Versand brauchst du einen professionellen Anbieter. Ich empfehle für den Einstieg Brevo, früher bekannt als Sendinblue. Brevo ist kostenlos nutzbar bis zu einer bestimmten Kontaktanzahl, auf Deutsch verfügbar, DSGVO-konform und hat alle Funktionen, die du für diesen Ablauf brauchst.
Wenn du bereits einen anderen Anbieter nutzt, also Mailchimp, ActiveCampaign oder ConvertKit, kein Problem. Das Prinzip ist überall gleich, nur die Bezeichnungen und Menüpunkte variieren ein wenig.
In Brevo richtest du als erstes eine Kontaktliste für dein Freebie ein. Das hält alles ordentlich getrennt, besonders wenn du später mehrere Leadmagneten aufbaust.
Schritt 3: Das Anmeldeformular erstellen
In Brevo kannst du direkt ein Formular erstellen, das du auf deiner Website einbettest. Das Formular fragt mindestens nach Vorname und E-Mail-Adresse. Mehr brauchst du an dieser Stelle nicht, je weniger Felder, desto höher ist die Anmelderate.
Dieses Formular verbindest du mit der Kontaktliste, die du gerade angelegt hast. Wenn sich jemand einträgt, landet sie automatisch in dieser Liste und der nächste Schritt wird ausgelöst.
Schritt 4: Die Landing Page bauen, auf der das Formular sitzt
Das Formular braucht eine Seite zum Wohnen. Diese Seite heißt Landing Page, und sie hat genau eine Aufgabe: Die Besucherin davon überzeugen, ihre E-Mail-Adresse einzutragen.
Eine gute Freebie-Landing Page braucht nicht viel. Eine klare Überschrift, die das Versprechen deines Leadmagneten formuliert. Zwei bis drei Sätze, die erklären, was die Besucherin bekommt und welches Problem sich damit löst. Ein Bild deines PDFs, damit es greifbar wirkt. Und das Formular.
Kein Ablenkungsmenü, keine Links, die woanders hinführen, keine langen Texte. Die Landing Page hat eine einzige Botschaft: Hier ist etwas Wertvolles für dich, trag dich ein und du bekommst es.
Schritt 5: Der Double Opt-in, und warum er wichtig ist
Wenn sich jemand in dein Formular einträgt, bekommt sie zunächst keine E-Mail mit dem PDF. Sie bekommt zuerst eine Bestätigungs-E-Mail, die sogenannte Double Opt-in E-Mail.
Das klingt nach einem extra Schritt, und ja, das ist er. Aber er ist wichtig, und zwar aus zwei Gründen. Erstens schützt er dich rechtlich: In Deutschland und Österreich ist der Double Opt-in die empfohlene Methode, um zu dokumentieren, dass jemand wirklich zugestimmt hat, E-Mails von dir zu erhalten. Zweitens sorgt er dafür, dass nur echte, aktive E-Mail-Adressen in deiner Liste landen, was deine Zustellrate langfristig schützt.
In Brevo ist der Double Opt-in mit ein paar Klicks aktiviert. Der Text der Bestätigungs-E-Mail lässt sich anpassen, sodass sie zu deiner Sprache und deinem Stil passt.
Schritt 6: Die automatische Auslieferungs-E-Mail
Sobald jemand den Link in der Bestätigungs-E-Mail angeklickt hat, wird automatisch die nächste E-Mail ausgelöst: die Auslieferungs-E-Mail, in der dein Google-Drive-Link steckt.
Diese E-Mail richtest du in Brevo als Automation ein. Das bedeutet: Trigger ist die bestätigte Anmeldung, Aktion ist der Versand dieser E-Mail. Einmal eingerichtet läuft das vollautomatisch, egal ob jemand sich um drei Uhr nachts oder am Sonntagvormittag einträgt.
Die E-Mail selbst darf kurz sein. Begrüß sie herzlich, sag ihr, was sie gleich vorfindet, und füge den Link ein. Kein Roman. Sie will jetzt vor allem ihr PDF.
Profi-Tipp: Eine Willkommenssequenz aus drei bis fünf E-Mails
Hier trennt sich, wer einen Leadmagneten hat, von denen, die wirklich ein System haben.
Nach der Auslieferungs-E-Mail beginnt eine Willkommenssequenz. Das sind drei bis fünf E-Mails, die in den darauffolgenden Tagen automatisch verschickt werden. Nicht täglich, aber regelmäßig, zum Beispiel jeden zweiten Tag.
Was schreibst du in diese E-Mails? Du erzählst von dir. Du gibst einen kleinen Einblick in deine Arbeit. Du zeigst, womit du deinen Klientinnen hilfst. Du teilst vielleicht eine Geschichte, die erklärt, warum du das tust, was du tust. Und ganz am Ende der Sequenz, in der letzten oder vorletzten E-Mail, kannst du einen ersten, sanften Hinweis auf dein Angebot oder dein Erstgespräch einbauen.
Der Gedanke dahinter ist einfach: Eine neue Abonnentin kennt dich noch nicht. Sie hat sich für dein PDF entschieden, weil das Thema sie interessiert. Jetzt hast du ein paar Tage lang ihre Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, aus einer Fremden jemanden zu machen, dem sie vertraut. Das ist wertvoller als jedes Werbebudget.
Du möchtest dieses System für dich aufbauen?
Im kostenlosen Erstgespräch schauen wir uns an, was du bereits hast und wie der Aufbau bei dir konkret aussehen würde. Kein allgemeines Konzept, sondern ein klarer Plan für dein Business.
Häufige Fragen zur automatischen Auslieferung deines Freebies
Muss ich für Brevo bezahlen? Brevo bietet einen kostenlosen Plan an, der für den Einstieg ausreicht. Wenn du wächst und mehr E-Mails pro Monat versendest oder erweiterte Automatisierungen brauchst, gibt es kostenpflichtige Pläne. Für den Start reicht der kostenlose Plan vollkommen.
Kann ich statt Google Drive auch einen anderen Speicherort nutzen? Ja. Du kannst das PDF auch bei Dropbox hochladen, direkt auf deinen Webserver laden oder einen Download-Link aus deinem WordPress-Mediathek verwenden. Google Drive ist eine unkomplizierte und kostenlose Option, die bei den meisten Empfängerinnen gut funktioniert.
Was passiert, wenn jemand den Double Opt-in Link nicht anklickt? Dann bekommt sie das Freebie nicht automatisch. Manche Menschen tragen sich ein, lesen die Bestätigungs-E-Mail aber nicht oder finden sie im Spam-Ordner. Du kannst in Brevo einstellen, dass eine Erinnerungs-E-Mail verschickt wird, wenn die Bestätigung nach einer bestimmten Zeit ausbleibt. Das erhöht die Aktivierungsrate deutlich.
Wie lang sollte die Willkommenssequenz sein? Drei bis fünf E-Mails sind ein guter Rahmen. Weniger reicht oft nicht, um eine echte Verbindung aufzubauen. Mehr kann sich wie ein Dauerbeschuss anfühlen. Wichtig ist, dass jede E-Mail einen eigenen Mehrwert hat und nicht nur Werbung ist.
Brauche ich für die Landing Page ein eigenes Design? Nein. Die Landing Page muss nicht aufwendig gestaltet sein. Sie muss klar sein. Wenn du WordPress nutzt, kannst du sie mit deinem bestehenden Page Builder in einer Stunde aufbauen. Wichtig ist, dass sie zu deinem restlichen Website-Auftritt passt, damit es sich wie ein stimmiges Gesamtbild anfühlt und nicht wie eine zufällig zusammengebastelte Seite.
Wie viele Leadmagneten sollte ich haben? Fang mit einem an. Einen guten Leadmagneten, der wirklich ein konkretes Problem löst, richtig einzurichten und zu bewerben, bringt mehr als fünf mittelmäßige. Wenn das erste System läuft und du merkst, dass du eine andere Zielgruppe oder ein anderes Thema ansprechen willst, kannst du einen zweiten aufbauen.
