September 16

All-in-one-Tool für deinen Onlinekurs: Warum ich nach einem halben Jahr wieder ausgestiegen bin

Ein All-in-one-Tool für deinen Onlinekurs ist dann die richtige Wahl, wenn du Kurse schon verkaufst, Automatisierungen schon aufgebaut hast und die monatlichen Kosten deiner einzelnen Tools dich wirklich stören. Für alle anderen sind drei gut verbundene Einzeltools meistens der einfachere und am Ende auch günstigere Weg. Ich habe ein solches Tool ein gutes halbes Jahr genutzt und ziehe gerade wieder um, und in diesem Artikel erzähle ich dir, warum.

Dieser Artikel enthält einen Affiliate-Link zu Memberspot, gekennzeichnet mit *. Wenn du darüber kaufst, bekomme ich eine kleine Provision, für dich ändert sich am Preis nichts. Für ThriveCart und Brevo habe ich keine Affiliate-Links, ich nutze beide einfach selbst.

Was verspricht ein All-in-one-Tool?

Ein All-in-one-Tool bündelt Website, Funnels, E-Mail-Marketing, Kalender, Onlinekurse, Zahlungen und oft auch WhatsApp und Chatbots in einem einzigen Abo. Statt fünf oder sechs Programme zu bezahlen und miteinander zu verbinden, zahlst du einen Betrag und hast alles unter einem Login.

Genau so ist es mir auch verkauft worden. Das Tool, das ich getestet habe, basiert auf GoHighLevel, einer amerikanischen Plattform, die im deutschsprachigen Raum von Partnern unter eigenem Namen angeboten wird. Als ich die Funktionsliste gesehen und die Preise meiner Einzeltools daneben gerechnet habe, war ich sofort dabei. Ich liebe es, neue Dinge auszuprobieren, und die Idee, dass wirklich alles aus einer Hand kommt, hat mich richtig gepackt. Also habe ich mich reingestürzt. Meine Begeisterung hat allerdings nicht lange gehalten.

Warum bin ich nach einem halben Jahr wieder ausgestiegen?

Drei Dinge haben für mich den Ausschlag gegeben: Die Kursdarstellung für meine Teilnehmerinnen ließ sich kaum gestalten, die Automatisierungen waren so unübersichtlich, dass ich nicht einmal eine saubere Double-Opt-in-Strecke hinbekommen habe, und die Zahlung hat ohne zusätzliche Schnittstelle keine ordentliche Rechnung erzeugt. Jeder Punkt allein wäre verkraftbar gewesen, alle drei zusammen waren es nicht.

Eines vorweg: Ich möchte das Tool hier nicht schlechtreden. Es gibt viele Menschen, die damit gut arbeiten, und ein Teil liegt sicher an mir, weil ich mit meinen bisherigen Tools über Jahre gewachsen bin und mich auf sie eingestellt habe. Aber ich bin technikaffin, ich arbeite mich gerne in neue Programme ein, und wenn es für mich schon anstrengend war, dann wird es für dich vermutlich nicht leichter.

Wie sieht dein Kurs für die Teilnehmerin aus?

Im All-in-one-Tool besteht eine Lektion aus einem Video, einem Text und vielleicht noch einem Audio oder einem PDF als Anhang. Mehr geht nicht, und vor allem lassen sich diese Elemente nicht frei untereinander anordnen. Bei Memberspot*, wo ich vorher war, war der Mitgliederbereich übersichtlich und schön gestaltet, und bei ThriveCart baue ich eine Lektion im Grunde wie eine Landingpage: zuerst das Video, dann ein Textabschnitt, dann eine Aufgabe, dann ein zweites kurzes Video und zum Schluss die Checkliste zum Download. Genau in der Reihenfolge, die didaktisch Sinn ergibt. Wenn deine Teilnehmerin sich im Kurs nicht zurechtfindet oder alles nur wie ein Anhang wirkt, dann merkt sie das, auch wenn dein Inhalt richtig gut ist.

Wie kompliziert sind die Automatisierungen wirklich?

Die Automatisierungen im All-in-one-Tool können enorm viel, und genau das ist das Problem. Die Oberfläche ist so verschachtelt, dass ich eine einfache Double-Opt-in-Strecke, also die Bestätigungsmail nach der Newsletteranmeldung, nicht sauber hinbekommen habe. In Brevo ist das eine Sache von zehn Minuten. Wenn du von einem E-Mail-Tool auf ein anderes umsteigst, sind die Funktionen ähnlich aufgebaut und du findest dich schnell zurecht. Ein All-in-one-Tool denkt in einer eigenen Logik, und die musst du für jeden einzelnen Bereich komplett neu lernen, für die Website genauso wie für die E-Mails, den Kalender und die Kurse.

Bekommt deine Kundin nach dem Kauf eine ordentliche Rechnung?

Bei mir nicht, zumindest nicht ohne Umweg. Die eingebaute Verbindung zu Stripe hat keine Rechnung erzeugt, die ich meinen Kundinnen guten Gewissens schicken konnte, und das gekaufte Produkt wurde auch nicht einfach automatisch freigeschaltet. Dafür brauchte ich einen zusätzlichen Zahlungsanbieter, den ich extra anbinden musste. Damit war der wichtigste Grund für ein All-in-one-Tool, nämlich dass alles ohne Schnittstellen läuft, für mich hinfällig. Wenn ich sowieso ein externes Tool anbinden muss, dann kann ich meine Tools auch gleich selbst aussuchen.

Was brauchst du wirklich, um einen Onlinekurs zu verkaufen?

Drei Dinge: einen Zahlungsanbieter, eine Kursplattform und ein E-Mail-Tool. Alles andere ist Zusatz, den du dir holen kannst, sobald du ihn wirklich brauchst.

Bei mir sieht das gerade so aus: ThriveCart ist meine Kursplattform und gleichzeitig mein Zahlungsanbieter. Ich habe die Lizenz damals einmalig gekauft, rund 600 Euro inklusive Learn+, und zahle seitdem nur die üblichen Kreditkartengebühren, die bei jedem Anbieter anfallen. Die Anbindung an andere Tools ist unkompliziert, die Funnel-Logik mit Upsells und Zusatzangeboten im Checkout ist eingebaut, und den Kursbereich kann ich so gestalten, wie ich es oben beschrieben habe. Für E-Mails nutze ich Brevo. Das reicht für mich völlig, und sollte ich irgendwann mehr brauchen, schaue ich mir ActiveCampaign oder Wildmail an. Im Moment stehen die Kosten dafür in keinem Verhältnis zu dem, was ich zusätzlich bekommen würde.

Einen Webinar-Funnel habe ich bewusst nicht. Wenn ich irgendwann einen aufsetze, dann ohne ein Tool, das ein aufgezeichnetes Video als Live-Webinar tarnt. Ich lade das Video hoch, schicke es per E-Mail an die Leute, die es sehen wollen, und starte danach eine E-Mail-Automation. Das ist ehrlicher, und es braucht kein einziges zusätzliches Programm. Für den Anfang würde ich dir das auch so empfehlen.

Was du über ThriveCart wissen musst, bevor du dich entscheidest

Die Einmalzahlung, für die ich ThriveCart so mag, gibt es für Neukundinnen nicht mehr. Seit April 2025 wird ThriveCart im Abo verkauft, Stand August 2026 sind das 47 Dollar im Monat für Standard und 87 Dollar für Pro+. Außerdem wird der bisherige Kursbereich Learn Ende 2026 eingestellt und durch die neue ThriveAcademy ersetzt, die eigenes Videohosting und einen Community-Bereich mitbringt. Bestehende Kurse werden automatisch übernommen, und wer wie ich eine Lifetime-Lizenz hat, behält den Kursbereich ohne zusätzliche Kosten.

Ich schreibe das so deutlich, weil ich es selbst erst bei der Recherche für diesen Artikel erfahren habe. An meiner Einschätzung ändert es nichts, ThriveCart funktioniert als Kombination aus Zahlungsanbieter und Kursplattform sehr gut. Aber das Argument, einmal zu zahlen und dann Ruhe zu haben, gilt heute nur noch für die, die damals gekauft haben. Rechne also mit einem Abo, wenn du jetzt einsteigst, und vergleiche es ehrlich mit den Alternativen. Welche Plattform zu welchem Kurs passt, habe ich in meinem Kursplattform-Vergleich ausführlich beschrieben.

Wann macht ein All-in-one-Tool wirklich Sinn?

Ein All-in-one-Tool lohnt sich aus meiner Sicht, wenn du schon Onlinekurse verkauft hast, regelmäßig Newsletter schreibst, schon komplexere Automationen gebaut hast, vielleicht automatisierte Webinare planst und dich die monatlichen Kosten deiner Einzeltools oder die Schnittstellen zwischen ihnen wirklich stören. Dann kann sich der Wechsel rechnen, beim Geld genauso wie bei den Nerven.

Wenn du mit deinen Tools gut zurechtkommst und die Kosten für dich überschaubar sind, dann lass es so. Ein Umzug kostet dich Wochen, und du fängst bei jeder einzelnen Funktion wieder bei null an. Wenn du trotzdem wechseln willst, dann recherchiere vorher gründlich. Lass dir eine ordentliche Einschulung geben, prüf, ob der Support auf Deutsch antwortet und wie schnell, und lies Kundenmeinungen nicht nur auf den Seiten der Partner, die das Tool weiterverkaufen. Ich hatte vorher mehrmals gehört, dass das Tool kompliziert sei, und habe mir gedacht, ich bin Technikerin, ich schaffe das schon. Hätte ich mir das zu Herzen genommen, hätte ich mir ein halbes Jahr gespart.

Und was heißt das jetzt für dich?

Wenn du gerade vor der Entscheidung stehst, welches Tool du für deinen Kurs, deine Zahlungen und deine E-Mails nimmst, dann schauen wir uns das gemeinsam an. Ich sage dir, welche drei Tools zu dir und deinem Angebot passen, wie sie miteinander verbunden werden und was dich das im Monat kostet. Und wenn du willst, setze ich es für dich um, damit du dich um deine Kundinnen kümmern kannst und nicht um Schnittstellen.

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Häufige Fragen zu All-in-one-Tools für Onlinekurse

Was ist ein All-in-one-Tool für Onlinekurse?

Ein All-in-one-Tool ist eine Software, die Website, Funnels, E-Mail-Marketing, Kalender, Onlinekurse und Zahlungen in einem einzigen Abo bündelt. Bekannte Beispiele sind GoHighLevel und seine Whitelabel-Versionen sowie Systeme wie Kajabi oder Systeme.io. Du zahlst einen Betrag im Monat und hast alle Bereiche unter einem Login.

Ist ein All-in-one-Tool günstiger als mehrere Einzeltools?

Auf dem Papier oft ja, in der Praxis nicht immer. Der Preis stimmt nur, wenn du wirklich alle enthaltenen Funktionen nutzt. Wer nur Zahlungsanbieter, Kursplattform und E-Mail-Tool braucht, kommt mit drei Einzeltools meistens günstiger weg und spart sich die lange Einarbeitung.

Welche Tools brauche ich mindestens, um einen Onlinekurs zu verkaufen?

Drei: einen Zahlungsanbieter, eine Kursplattform und ein E-Mail-Tool. Bei ThriveCart sind Zahlung und Kursplattform in einem Tool, dazu kommt ein E-Mail-Tool wie Brevo. Webinar-Tools, Chatbots oder WhatsApp-Funnels brauchst du erst, wenn dein Kurs sich schon verkauft.

Kann ich ThriveCart noch einmalig kaufen?

Nein. Der Lifetime-Deal war bis April 2025 erhältlich, seitdem gibt es ThriveCart nur im Abo, Stand August 2026 ab 47 Dollar im Monat. Wer eine alte Lifetime-Lizenz hat, behält sie und bekommt den Kursbereich auch in der neuen ThriveAcademy ohne Aufpreis.

Ist GoHighLevel für Coaches im deutschsprachigen Raum geeignet?

Es kann funktionieren, wenn du bereits Erfahrung mit Funnels und Automationen hast und die Einarbeitungszeit einplanst. Für Selbstständige, die einen einzelnen Kurs verkaufen und einen Newsletter schreiben wollen, ist der Funktionsumfang meistens zu groß und die Bedienung zu komplex. Achte auf deutschsprachigen Support und eine gute Einschulung.

Wie lange dauert der Umstieg auf ein All-in-one-Tool?

Rechne mit mehreren Wochen, weil du jeden Bereich neu aufsetzen musst: Website, E-Mail-Listen, Automationen, Kurse und Zahlungen. Bei mir hat der Umstieg deutlich länger gedauert als ein Wechsel zwischen zwei E-Mail-Tools, weil ein All-in-one-Tool in einer eigenen Logik arbeitet, die du erst lernen musst.


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